Zucht

Augen auf beim Welpenkauf


Nun zur Frage: "Wo kaufe ich meinen Hund?"

Hier einige entscheidende Fragen, die Sie "VOR" der Anschaffung eines Hundes ehrlich beantworten sollten:
 
  •  Wo kaufe ich meinen Hund am besten?

      Hunde sind Lebewesen und KEINE Handelsware. Kaufen bzw. adoptieren Sie Ihren Hund deshalb NIE bei einem Hundehändler oder im Zoofachhandel. Falls Sie Ihren "Traumhund" in keinem Tierheim finden können (lesen Sie dazu Pkt. VIII) oder einen Rassehund mit Abstammungsurkunde wünschen, berücksichtigen Sie ausschließlich SERIÖSE Zuchtstätten und Züchter, welche Wert auf gesunde Hunde und optimale Aufzuchtbedingungen legen.Hier ist auf jeden Fall zu empfehlen, daß Sie darauf achten, einen Hund bei einem seriösen, dem VDH, das heißt Verband für das Deutsche Hundewesen, angeschlossenen Züchter zu kaufen. Dort haben Sie die Gewähr, daß die Elterntiere die erforderlichen Zuchtvoraussetzungen erfüllen und auch die notwendige Zuchtzulassung haben. Dies bedeutet, die Elterntiere entsprechen dem Standard, sind gesund und wurden bei einer Zuchttauglichkeitsprüfung auf Wesensfestigkeit, Selbstsicherheit und Formwert geprüft. Die Elterntiere dürfen natürlich keine zuchtausschließenden Fehler aufweisen.
      Hundehändler behandeln Hunde als Waren und Profitobjekte und nicht als empfindungs- und leidensfähige Lebewesen. Diese Leute vermarkten ganze Würfe von oft viel zu jungen Welpen, welche sie in "Hundefabriken" oder auf Tiermärkten im Ausland einkaufen. Indem sie die Tiere anschließend möglichst teuer verschachern, machen sie einen stattlichen Gewinn.
      Solche Hunde sind oft gestört, da Ihnen die notwendige menschliche Zuwendung in den ersten Lebenswochen fehlte, sie sind häufig krank und wenig widerstandsfähig. Sie tragen dann das zunächst gesparte Geld schnell zum Tierarzt und haben sich zudem viele Probleme mit einem solchen Hund eingehandelt.
      Meist werden solche kleinen Hunde dort aus Mitleid erworben, aber bitte bedenken Sie, solange Nachfrage da ist, bzw. diese Hunde verkauft werden, wird auch weiter ”produziert”. Dies ist leider eine Tatsache.
      Dies alles sind schon wichtige und sinnvolle Kriterien. Was nützt es Ihnen, wenn Sie bei der Anschaffung vielleicht ein paar Mark sparen, weil Sie einen Hund bei einem Züchter erwerben der sich nicht an die vom Dobermann-Verein verlangten Kriterien hält.

      Immer wieder sagen Leute es sei eine Hobby-Zucht oder Familien-Zucht. Das klingt für einen Laien meist gut, denn sein Hund soll ja für die Familie oder das Hobby sein. Dies ist jedoch irreführend, denn auch bei einem ”richtigen”, d.h. verantwortungsvollen Züchter ist die Zucht Hobby und die Hunde ebenfalls Familienhunde.

      Gewerbsmäßige Züchter werden vom Dobermann-Verein ohnehin ausgeschlossen.

      Nur wer ausnahmslos selbst gezüchtete und selbst aufgezogene Welpen abgibt, darf sich Hundezüchter nennen. Ein seriöser Züchter investiert eine Menge Zeit und Geld in die Zuchtauswahl und in die Aufzucht der Welpen; die Hunde sind deshalb im Anschaffungspreis etwas teurer. Beim Kauf von vermeindlich billigeren, aber meist kranken oder verhaltensgestörten Tieren von Hundehändlern riskieren Sie dafür später viel Kummer, Leid und hohe Tierarztkosten.

      Woran erkenne ich eine seriöse Zuchtstätte?

      Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, den einen oder anderen Züchter zu besuchen, um sich selbst zu überzeugen, wie die kleinen Hunde samt der Mutterhündin untergebracht sind und wie sich der Züchter bzw. die Züchterfamilie um die Hunde kümmern.

      Sie werden große Unterschiede feststellen!

      Einen seriösen Züchter erkennen Sie vor allem an den Aufzuchtbedingungen der Welpen, an der Transparenz bezüglich Haltung und Herkunft der Hunde, an der kompetenten Beratung und Information und an einer über den Kauf hinausgehende Nachbetreuung der Käufer.

      Es wäre hier noch erwähnenswert, daß bei einem seriösen Züchter die Welpen vor der Abgabe geimpft sein müssen.

      Bitte beachten Sie vor dem Kauf diese Überlegungen unbedingt. Sie erhalten auch gerne jederzeit vom Dobermann-Verein Kontakt-Adressen von seriösen Züchtern in Ihrer Nähe.

      Diese ganze Zuwendung und Pflege ist ein wichtiger Schritt zu einem gesunden und ausgeglichenen Hundeleben.

      AUFZUCHTBEDINGUNGEN:

      Ein verantwortungsbewußter Züchter verkauft NUR Welpen aus eigener Zucht und Würfen und gibt sie erst im Alter von 8 Wochen (rassebedingt) ab. Er lässt allen seinen Tieren reichlich menschliche Zuwendung zukommen. Hunde in guten Zuchtstätten haben genug Auslauf im Freien, Kontakt zu Artgenossen und zu verschiedenen Menschen. Sie werden tagsüber nie über mehrere Stunden unbeaufsichtigt allein gelassen. Die Zuchtstätte befindet sich in der Züchterwohnung oder unmittelbar daneben; auch eine ausschließliche Zwingerhaltung ist NIEMALS artgerecht.

      Ein seriöser Züchter betreibt KEINE "Massenproduktion". Mit maximal 3 bis 4 Zuchthündinnen kann er alle Tiere individuell betreuen. Von "Massenvermehrern", die permanent Welpen oder mehr als zwei Hunderassen im Angebot haben, sollte man die Finger lassen.

      TRANSPARENZ:

      Ein guter Züchter sorgt für Transparenz und verheimlicht Ihnen nichts. Er wird Ihnen die Mutterhündin und die Zuchtstätte zeigen, Ihnen etwas über die Eigenschaften des Vaters (und Fotos zeigen) erzählen und Ihnen Referenzen von zufriedenen Käufern angeben können. Vom Zustand und Verhalten der Mutterhündin können Sie wichtige Rückschlüsse auf die voraussichtliche Entwicklung der Welpen ziehen; auf sie sollten Sie deshalb Ihr besonderes Augenmerk richten:

      Wie verhält sich die Hündin gegenüber ihren Welpen und anderen Artgenossen, gegenüber dem Züchter und gegenüber fremden Personen?

      Der Züchter zeigt Ihnen unaufgefordert die Zuchtunterlagen (rassebezogen) wie: HD-Befund, PL-Befunde, Augenbefund, Impfpässe, Wurfabnahmeschein des Tierarztes (dass die Mutterhündin nach der Geburt erstversorgt und die Welpen vom Tierarzt untersucht wurden), DNA-Analyse (Angaben der Elterntiere), Ausstellungserfolge (Richterbewertungen). Die Zuchtunterlagen der Mutterhündin müssen im Original vorliegen, die des Vaters (Deckrüde) können in Kopie vorgelegt werden. Der Züchter kann auf ein fundiertes Wissen über seine Rasse zurück greifen und Ihnen näher bringen.

      Nur wenn alle Ihre Fragen umfassend und sachlich beantwortet und die von Ihnen geforderten Unterlagen vorgelegt werden, ist der Züchter vertrauenswürdig. Von einem solchen Züchter werden Sie auch über allfällige Mängel oder gesundheitliche Probleme seiner Rasse oder eines bestimmten Hundes informiert.

      Ein gewissenhafter Züchter wird sich seinerseits versichern wollen, dass seine Schützlinge in gute Hände kommen und Ihnen entsprechende Fragen stellen.

      BERATUNG UND NACHBETREUUNG:

      Von einem guten Züchter dürfen Sie erwarten, dass er Sie zu allen Fragen bezüglich Aufzucht, Hundehaltung, Fütterung, Pflege, Gesundheitsvorsorge und Erziehung kompetent berät und Ihnen auch ein Merkblatt (Futter- und Pflegeplan) sowie das gewohnte Futter für die ersten Tage mitgibt. Wenn Sie einen Welpen übernehmen, wird er Ihnen den Besuch von Welpenspielstunden bzw. Prägungsspieltagen empfehlen. Er kümmert sich auch nach dem Kauf noch um das Wohlergehen seines Zöglings und wird Ihnen bei kleineren und größeren Problemen gerne zur Seite stehen.

      Sollte die Eingewöhnung des Hundes aus irgendeinem Grund nicht klappen (Unverträglichkeit mit bereits vorhandenen Tieren, Allergien der Kinder etc.), wird sich der Züchter bereit erklären, den Hund zumindest innerhalb der ersten Woche zurückzunehmen. Der verantwortungsbewußte Züchter kümmert sich auch später noch um eine Neuplazierung, wenn der Hund etwa wegen Umzug, Krankheit oder familiärer Veränderung weggegeben werden muß.

      Wozu ein schriftlicher Kaufvertrag?

      Ein Hundekauf kann auch durch mündliche Absprache und per Handschlag rechtsgültig zustandekommen. Im Streitfall – etwa wenn später gesundheitliche Mängel beim Hund auftauchen – kann dann aber kaum mehr bewiesen werden, was wirklich vereinbart wurde. Es ist deshalb für beide Seiten – Züchter und Käufer – von Vorteil, wenn alle wichtigen Punkte in einem schriftlichen Kaufvertrag festgehalten werden.

      Mit der Übergabe des Hundes sollten Sie außerdem den Impfass, den Entwurmungspass und – falls es sich um einen Rassehund handelt – den Stammbaum (Ahnentafel) erhalten.

      Falls sich für einen Rassehund entscheiden, berücksichtigen Sie bei der Wahl vier wichtige Kriterien: Er soll innerhalb seiner Rasse von durchschnittlicher Größe sein; er soll gerade auf seinen Beinen stehen; er soll einen Kopf mit normalen Proportionen haben; er soll gesunde Augen mit korrekt anliegenden Augenlidern haben.

      Denken Sie auch daran, dass Erbkrankheiten bei den Elterntieren häufig nicht sichtbar auftreten. Erkundigen Sie sich deshalb beim Züchter Ihrer Wahl, ob bei seinen Hunden oder deren Vorfahren solche Krankheiten bekannt sind.

      Beim Kauf eines Rassehundes sollten Sie auf das Vorliegen einer Abstammungsurkunde (Ahnentafel oder Stammbaum) von einem international anerkannten Zuchtverband wie dem VDH / DV achten.

      Diese Zuchtverbände sind bestrebt die Gesundheit und den Standard ihrer Rassehunde durch Prüfung der Zuchttauglichkeit und durch das Verhängen eines Zuchtausschlusses beim Auftreten bestimmter gesundheitlicher Mängel zu fördern.

       

      Warum Sie sich für diese Rasse interessieren ist uns nicht bekannt. Vermutlich unter anderen deshalb, weil unser Dobermann ein besonders eleganter Hund, mit harmonischen Körperbau und von stattlicher Größe ist, so daß er auch schon optisch Fremden gegenüber ein Schutz für Familie, Haus und Hof ist.

      Das kurze, außerordentlich pflegeleichte Fell macht bei einer Haltung in der Wohnung bzw. im Haus,so gut wie keine Probleme. Trotzdem ist der Hund robust genug, um auch im Zwinger gehalten werden zu können.

      Dies kommt ganz auf die individuellen Wünsche bzw. Lebensumstände der Besitzer an. Bei der Anschaffung sollten Sie auch schon überlegen, ob Sie später mit dem Hund ebenfalls einmal züchten möchten bzw. eventuell ihren vierbeinigen Liebling auf Ausstellungen, sogenannten Zuchtschauen führen möchten und einer internationalen Juryvorstellen möchten.

      Ich kann Ihnen versichern, dies kann ebenfalls ein Familienhobby werden und macht viel Spaß.

      Vielleicht möchten Sie auch Hundesport in irgend einer Form betreiben oder den Hund nur als ständigen Begleiter für sich und die Familie halten.

      Sie sehen, es gibt hier viele Möglichkeiten und ein verantwortungsvoller Züchter wird Sie hier auf jeden Fall beraten, um einen für Ihre Vorstellungen geeigneten Hund zu finden.

      Zu der Frage der Auswahl ihres Welpen aus einem Wurf

      Auch hier wieder können Sie auf den Rat eines erfahrenen Züchters vertrauen. Als Anhaltspunkte seien hier genannt, daß ein Welpe auf jeden Fall zutraulich sein sollte, er sollte neugierig sein und sich für Menschen interessieren und zu Ihnen kommen. Dies zeigt unter anderem, daß ein kleiner Hund sozialisiert bzw. auf den Menschen geprägt ist. Hier wird dann meist spontan bzw. gefühlsmäßig entschieden, welcher Welpe aus dem Wurf mitgenommen wird.

      Es sei denn, der Züchter empfiehlt für den von Ihnen eventuell vorgesehenen speziellen Zweck irgend einen Welpen. Besonders diese emotionalen Entscheidungen erweisen sich doch überwiegend als richtig, wenn aus irgend einem, meist nicht bewußten Grund, eine Bindung zu so einem kleinen Tier entsteht. Vertrauen Sie ruhig Ihrem Gefühl.

      Sollte es doch einmal passieren, daß ein Züchter Sie nicht berät und nur am Verkauf interessiert ist, seien Sie so frei und sehen Sie sich gegebenenfalls noch bei einem anderen Züchter um.

       

      Haben Sie sich auch Gedanken gemacht, ob der Hund zu Ihnen bzw. Ihrer Familie paßt?

      Der Dobermann ist ein temperamentvoller Hund der gerne läuft. Sie sollten möglichst kein hektischer oder nervöser Mensch sein, denn ihr Verhalten überträgt sich, ob Sie wollen oder nicht, doch stark auf den Hund und dieser könnte Ihnen dann doch lästig werden.

      Ideal ist ein ausgeglichenes Herrchen oder Frauchen, das gerne läuft. Obwohl ein Dobermann, wie jeder Hund, viel schläft, ist er doch beim Spazierengehen in seinem Element. Er sollte, wie jeder große Hund bzw. wie Hunde allgemein, unbedingt einen gewissen Gehorsam erlernen. Dies erleichtert das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund ungeheuer.

      Dobermänner lieben gewöhnlich die ganze Familie und schätzen Familienanschluß sehr, doch ist ein Hund ab einer gewissen Größe kein Spielzeug für kleine Kinder. Dies sollte immer bedacht werden. Dies heißt nicht, daß Sie mit Kleinkindern keinen Dobermann halten können, doch sollte ein Hund mit Kleinkindern nie alleine sein. Dies trifft aber für alle Hunderassen zu. Ein  Dobermann ist  gleichwohl ein guter Kamerad für größere Kinder.

      Sie müssen auch bedenken, daß jeder Hund „Gassi” geführt werden muß oder Sie haben im Idealfall einen Garten, in welchem er auch mal alleine toben kann. Ein junger Hund sollte von Anfang an auch an andere Hunde gewöhnt werden, das heißt sozialisiert werden, damit er sich später Artgenossen gegenüber nicht aggressiv verhält. Gehen Sie also ruhig dahin spazieren, wo Sie andere Junghunde treffen, eventuell haben Sie auch in Ihrer Nähe einen Ausbildungsplatz des Dobermann - Vereins, wo Sie die Möglichkeit haben, Ihren kleinen Liebling mit anderen Artgenossen spielen zu lassen.

      Dort erhalten Sie auch Anleitung für die Ausbildung Ihres Hundes damit er Ihre Befehle auch versteht und das gewünschte Verhalten erlernt. Erkundigen Sie sich hier bei der Geschäftsstelle des Dobermann -Vereines nach Kontakt Adressen der für Sie zuständigen Abteilung.

      Wenn es dann soweit ist und Sie Ihren Welpen nach Hause bringen, sollte dieser unbedingt einen Platz zugewiesen bekommen. Am besten ist hier erfahrungsgemäß ein Hundekorb mit einer warmen Decke, die waschbar ist. Dieser Platz sollte ein Rückzugort für den Hund sein, wo er ungestört schlafen kann wo er das Gefühl hat, dort passiert mir nichts. An diesem Platz sollte er, speziell wenn er schläft, nicht gestört werden. Der Platz sollte auf jeden Fall geschützt, das heißt zugfrei sein. Weisen Sie dem Hund von Anfang an einen Platz zu, sonst wird er sich selbst einen Sessel oder die Couch als Liegeplatz auswählen. Sicher werden Sie am Anfang viel Geduld benötigen. um ihn immer wieder auf seinen Platz zu verweisen. Es ist durchaus üblich, daß er versucht, neben Ihnen im Sessel oder auf der Couch zu schlafen oder eventuell sogar im Bett. Bedenken Sie, welche Größe der Hund erreicht und ob Sie ihn tatsächlich auf der Couch usw. haben möchten. Wenn Sie ihm dies als Junghund gestatten, wird er immer wieder darauf bestehen, auch später auf diesem Platz zu liegen, wenn er ausgewachsen ist und Sie finden dies vielleicht dann nicht mehr so niedlich.

      Also seien Sie von Anfang an konsequent bei der Erziehung. Die Erziehung beginnt in dieser Form schon am ersten Tag des Zusammenlebens.

      Es wäre auch noch zu entscheiden ob Sie einen Rüden oder eine Hündin kaufen. Hierzu ist grundsätzlich zu sagen, daß Hündinnen etwas anhänglicher und leichter zu führen sind, während Rüden eher dazu neigen sich durchzusetzen. Auch ist eine Hündin bei einem Haushalt mit kleinen Kindern eher zu empfehlen. Es gibt hier jedoch keine allgemeine Norm. Dies sind nur grobe Anhaltspunkte. Auch diese Fragen können Sie sicher noch detailliert mit dem von Ihnen ausgewählten Züchter besprechen.